Spirit & Selflove
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Holy shit! Die katholische Kirche und ich – oder: Warum Kirche nichts mit Spiritualität zu tun haben muss

Für viele von uns klingt Spiritualität erstmal nicht so toll – sofort kommen im Kopf Verknüpfungen hoch, die mit Gott, Religion, Esoterik und Kirchen zu tun haben. Dass Spiritualität in Wirklichkeit jedoch etwas ganz anderes sein kann, das musste und durfte auch ich im vergangenen Jahr lernen. Eins ist klar: In den letzten Jahren ist Spiritualität wieder salonfähig geworden, all dies durch zahlreiche Blogs und Websites, die sich vor allem mit Yoga beschäftigen. Doch muss ich ein Yogi sein, um spirituell zu sein? Die Antwort auf diese Frage ist ganz klar nein und vor allem gibt es nicht die eine Version von Spiritualität.

Jeder Mensch lebt und liebt Spiritualität ganz indiviuell und anders.

Meinen eigenen Weg zur Spiritualität bin ich vor allem im letzten Jahr gegangen. Dadurch dass ich in einem streng katholischen Dorf aufgewachsen bin, bin ich schon früh in Berührung gekommen mit Gott, Glaube und der Kirche. Jahrelang war ich Messdienerin, da man das hier als Kind und Jugendlicher so machte. Der Aspekt des Miteinanders unter den Menschen war wunderbar, was mir jedoch immer schon ein komisches Gefühl gegeben hat, war die Art von Beziehung zu Gott, die man in der Kirche so feiert.

Gott, als der Mann, der Herrscher da oben im Himmel, vor dem wir uns bücken sollen und in dessen Welt wir mit Demut leben dürfen. Wir schlimmen und schlechten Menschen und Sündiger.

„Ich bin nicht würdig, dass…“ usw. Das alles gefällt mir nicht, ich kann und möchte nicht glauben, dass dort oben ein bärtiger, weißer Mann sitzt, der uns alle bewacht und in dessen Gunst wir uns stellen müssen um in den Himmel zu kommen. Oder um als Gut zu gelten. Es fühlte sich immer schon falsch an, in der Kirche zu stehen, all das zu hören und zu glauben. Auch menschlich unter den Pastoren und Kaplanen fand ich keine Liebe und kein Miteinander- nur Strenge und das permanete Gefühl von „du bist nicht gut und du bist falsch hier“. Kinder galten als Störfaktor, auch wenn es anders gepredigt wurde, ein weinendes Kind wurde in der Kirche bestenfalls geduldet.

Aber Liebe habe ich dort nie erfahren und gespürt. Nicht unter den Menschen in der Gemeinde und nicht unter den Messdienern und Pastoren.

Ich habe als Kind im Kindergarten schon von Gottes Liebe gesungen und alle Bibelgeschichten gefühlt 384 mal in allen Formen gelesen, aber gespürt habe ich dabei wenig. Schön fand ich vor allem, wenn mir mal ein Lied gefiel und es in der Kirche mit allen gesungen wurde. Die Weihnachtschristmette war hier besonders eindrucksvoll, da alles so schön glänzte und feierlich war. Doch was war anders an dieser besonderen Form von Messe? Ich behaupte mal, dass alle in Weihnachtsstimmung waren und daher besonders feierlich gestimmt. Dass das Lied, das gesungen wurde viel stimmungsvoller und auch schneller war, als die meisten Lieder in der Kirche hier. Was auch immer es war, ich weiß noch, dass dies für mich als Kind ein viel schöneres Erlebnis war, als all die gewöhnlichen Messen sonst in den Jahren. Die zuweilen sehr Düster und kalt sind. Verbote, Sündiger und Mangel – so habe ich die katholische Kirche viele Jahre miterlebt.
Eine lange Zeit lang habe ich nicht an Gott geglaubt und mich auch überhaupt nicht mehr mit meinem Glauben auseinander gesetzt. Für mich gab es zu Studienzeiten nur Gläubig oder Wissenschaft und damals siegte ganz klar die Wissenschaft. Weil hallo…wie bescheuert, who the fuck is God.. usw.
Kirchenbesuche auf Grund von Feierlichkeiten Angehöriger waren mehr Comedy als alles andere- ich habe nur noch den Kopf geschüttelt. Was geblieben ist war jedoch: Ich finde Kirchen wunderschön. Das Gefühl dort drinnen, diese Heiligkeit, diese ganz besondere Stille, das mag ich total. Es kann tröstlich sein, dort zu sein. Die Kerzen, die Atmosphäre..und dann kommt da dieser Mann am Kreuz, dessen Geschichte nur auf diese eine Art und Weise weitergetragen wird, die ich nicht glauben kann und die für mich keinen Sinn ergibt.

Ich glaube an Wunder, I really do, aber ich glaube vor allem an die unsagbare Kraft der Liebe, und die fehlt mir in dieser Institution einfach.

Als meine Kinder auf die Welt kamen, begannen die Menschen um mich herum nach Taufe und Religion zu fragen – mein Mann und ich jedoch halten da nicht viel von. Wir möchten nicht unsere Kinder in diese Institution hineingeben, von der wir beide eher enttäuscht sind. Vor einem Jahr ungefähr kam dann eine ganz neue Art von Welle in mein Leben – Yoga und Spiritualität, gepaart mit Selbstliebe und Akzeptanz. Alles ein ganz großer Kreis, alles hängt zusammen, alles schließt sich, alles fließt. Persönlichkeitsentwicklung hat mich immer schon extrem interessiert und in den letzten Jahren ist so viel Literatur erschienen, da weiß man ja kaum wo man anfangen soll zu lesen.

Doch wie habe ich gelernt mich für Spiritualität zu begeistern?

Schuld daran sind wohl vor allem zwei Influencer: Gabby Bernstein und Laura Malina Seiler. Während des vorletzten Winters hörte ich das Hörbuch „The Universe has your back“ und bekam völlig neue Einsichten und gewann Erkenntnisse, die einfach unglaublich sind. Eine war: „Choose love over fear“. Ich erkannte, dass ich viel zu oft in meinem Leben „Angst“ statt Liebe wählte, dass ich mich selbst sabotiert hatte und dass der Weg doch eigentlich viel einfacher war als ich dachte. Dass Liebe die Wurzel und der Gedanke ist, auf dem ich alles aufbauen kann und möchte und dass Liebe die Kraft hat, Berge zu versetzen. Dass nicht Stärke die wahre Stärke ist, sondern Verletzlichkeit. Dass „the teacher of love“ die bessere Sicht auf die Dinge ist, anstelle von „the teacher of fear“. Liebe und Angst sind die zwei Grundpfeiler aus denen wirklich alles entspringt. Es sind die Grundgedanken, die 2 Ursprünge. Wir selbst haben immer wieder die Wahl zwischen beiden und das ist so logisch und wunderbar und so verrückt wie simpel es im Endeffekt ist. Mehr dazu, wie ich mit meinen Ängsten und meinen vermeintlichen Fehlern stark geworden bin kannst du übrigens hier nachlesen.

Laura Seiler made me do it

Wenn ich einen Guru habe, dann auf jeden Fall die bekannte Buchautorin und Podcasterin Laura Seiler. Sie gehört zu den Menschen, deren Buch und Podcast ich verschlungen habe und die mich wirklich weitergebracht hat. Sie hat mir durch ihre vorgestellten Techniken geholfen, alte Glaubenssätze aufzulösen (damit bin ich längst nicht durch) und Meditation in mein Leben zu integrieren. Ich habe so viel schon über Meditation und Persönlichkeitsentwicklung gelesen, aber sie hat es geschafft, dass ich in die Umsetzung gegangen bin. Durch Laura habe ich gelernt, dass Spiritualität überhaupt nichts mit Glauben zu tun haben muss, sondern dass Spiritualität vor allem dieses Gemeinsame ist. Das Miteinander, dass wir alle EINS sind, dass Liebe die Kraft ist, die uns alle miteinander verbindet. Dass wir durch Liebe Heilung erfahren und durch Verletzlichkeit Stärke beweisen. Dass wir aufhören müssen im „getrennt-sein“ zu denken, damit wir einen Sinn finden. Dass die Antwort auf alle Fragen Liebe ist und sein darf.

Alte Gedankenmuster loslassen, die Vergangenheit annehmen, erkennen, dass es eine neue Story über mich gibt, eine andere, eine wunderschöne!

Was hier klingt, wie ein abgedroschenes Märchen ist in Wahrheit der Weg zur Selbstakzeptanz und mehr noch zur Selbstliebe. Zum Erkennen, dass JEDER Mensch ein Geschenk für die Welt ist (frei nach Laura Seiler) und dass die Story über dich selbst, die du dir jeden Tag erzählst, die du gelernt hast als deine anzunehmen, nicht deine Story sein muss. Dass es andere Blickwinkel gibt, dass jede Erfahrung und sei sie noch so schlecht auch immer einen Funken von Wunder und Gut in sich trägt. Dass jede Erfahrung uns formen kann – welche Form das sein soll, bestimmen wir selbst. Nur du selbst bestimmst, welchen inneren Standpunkt du hast und ob du im Mangelbewusstsein oder in Fülle leben möchtest. Egal welche Erfahrung du machst.

„Hurt people hurt people […] Die Wahrheit ist,niemand kann uns verletzen außer wir uns selbst. Wir verletzen uns selbst indem wir glauben, wir seien voneinander getrennt und dass das Leben gegen uns ist. Wir sehen uns als getrennt von der göttlichen Energie an, die uns alle in Wirklichkeit in jedem Moment durchströmt. Wir haben Angst davor verlassen zu werden, während wir noch nicht mal zu uns selber stehen“ (Laura Malina Seiler, 2017)

 

Die katholische Kirche, wie ich sie erlebt habe, sieht alles und uns voneinander getrennt. Sie hat Gott außen während Gott in Wirklichkeit in uns ist. Gott kann ersetzt werden durch alles was du möchtest: Natur, Universum, Spirit…whatever. Wichtig ist: Es ist in uns. Alles was wir brauchen ist in uns. WIR sind der göttliche Funke, wie sind das Gestern, das Heute und das Morgen. Wir sind die Schöpfer unserer Welt und unseres Lebens.

Und um den Bogen zum Anfang zurück zu spannen: Wie also kann ich einen Zugang zur Spiritualität finden?

First of all, definiere für dich Spiritualität. Es spielt keine Rolle, was andere über dich denken. Finde deine Werte, die du leben möchtest und die wirklich das sind, was dir wichtig ist. Beginne damit in Dankbarkeit zu leben. Sei DANKBAR für das was ist und war. Nimm an, was ist und war und kommt. Erkenne, dass DU bestimmst, wie dein Leben aussieht. Keine Institution der Welt bestimmt wie du dich fühlst, außer dir selbst. Nicht deine Eltern, nicht deine Lehrer, nicht dein Freund oder deine Freundin. Nur du. Du hast die Kraft alles zu erschaffen was du möchtest. Du bestimmst deine Gedanken, nicht anders herum. Lass dein Ego außen vor und kehre nach innen. Schau wie du dich anfühlst, wenn du dein Ego aussschaltest, dass dir mit alten Glaubenssätzen kommen will, mit Bewertungen und den Werten, die du gelernt hast. Lausche nach innen hinein und du wirst deine Antworten finden. Das klingt hier irgendwie gerade wie in Disney’s Pocahontas, aber es stimmt einfach.
Alles was wir brauchen ist bereits in uns, wir müssen nur lernen, wieder auf unsere innere Stimme zu hören und uns mit unserer Intuition verbinden.

Wenn die katholische Kirche dein Ding ist und du Gott da oben sehen möchtest? Go do it – es ist wunderschön, wenn du für dich deinen Sinn gefunden hast, wenn du gelernt hast, dass Liebe der Weg ist und nicht Angst. Jeder bestimmt selbst. Und wie Laura so schön sagt „Mögest du glücklich sein“ und dann gehst du mit einem fetten Grinsen in die Welt hinaus, wissend, dass du alles erschaffen kannst, dass DU der Schöpfer deiner Welt bist and no one fucking else!

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