Allgemein, Tanztraining
Hinterlasse einen Kommentar

Ein Leitfaden für den achtsamen Umgang mit introvertieren Tanzanfängern

In meinem Unterricht begegne ich schon jetzt, nach nur wenigen Monaten des Unterrichtens von Erwachsenen, so vielen verschiedenen Menschen. Alle bringen ein ganz anderes Mindset mit, jeder seine oder ihre eigene Geschichte. Manche sind laut und fröhlich, gleich zu Beginn finde ich leicht den Zugang zu ihnen und erfahre schnell, wie ich mit ihnen umgehen darf. Sie wirken offen und auch kritikfähiger als solche, die erstmal ganz still in den Unterricht kommen und die ersten Male kaum auffallen. Ja, es ist natürlich einfacher mit diesen ganz offenen Menschen. Doch gebe ich den stilleren Menschen ein paar Wochen Zeiten, so merke ich, wie sie sich langsam öffnen und entfalten. Wie ich Stück für Stück ein wenig mehr von ihnen sehen kann und darf. Es ist wunderschön für mich, wenn sich diese Menschen mir anvertrauen, Fragen stellen und ich ihr Wachstum erkennen kann.
Manche Schüler_innen öffnen sich kaum, sie leben in ihrer eigenen Zurückgezogenheit, fordern nicht, sind aber in beinahe jeder Stunde da. Dies sind für mich die zum Teil herausfordernsten Schüler_innen. Wie gehe ich auf sie ein? Kann ich Feedback äußern? Möchten sie überhaupt Feedback? Dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht und die 4 wichtigsten Gedanken möchte ich euch heute vorstellen:

Gedanke #1 Versuch dich auf deine Schüler_in einzulassen. Ein richtig guter Gesprächspartner versetzt sich auf die gleiche Energieebene, auf der der andere gerade ist. Versuche gegebenenfalls etwas leiser zu sprechen, bei Kindern unbedingt in die Hocke gehen um auf Augenhöhe zu sein. Zeige Mitgefühl und Verständnis, lächle und strahle Hilfsbereitschaft und Ermutigung aus.

Gedanke #2 Weise bestenfalls zu Beginn der Stunde daraufhin, was du erwartest. In meinem Fall wäre das: Gar nichts. Ich möchte, dass meine Schüler_innen sich wohl fühlen, sich ans Tanzen herantasten und einfach sie selbst sind. Alles andere kommt von ganz allein.

Gedanke #3 Manche mögens ganz rational. Darum erkläre ich, unter anderem, den Nutzen jeder Übung und den technischen Hintergrund. Ich erkläre, welche Muskelgruppen beansprucht werden, und welche Resultate erzielt werden können, wenn die Übung richtig ausgeführt wird. Für manche ist das piepsegal- die wollen nur tanzen. Für einige ist es super wichtig (auch für mich), zu wissen, warum tue ich was ich gerade tue. So wird der Fitness Aspekt des Tanzens ebenfalls betont, was für einige ebenfalls nicht ganz unwichtig ist.

Gedanke #4 Versuche in deine Schüler_in reinzufühlen – was ist das da für ein Mensch, der da vor dir steht. Was könnte er oder sie brauchen? Warum sind sie hier? Wenn man sich diese Fragen stellt, kann man schon ein ganzes Stück weiter kommen und wer weiß? Vielleicht dauert es bei diesem Menschen einfach Monate oder Jahre, bis er oder sie sich öffnet. Und auch dann ist das doch ganz wunderbar und vollkommen okay.

Diese 4 Grundgedanken können einen wundervollen und achtsamen Leitfaden für deine Stunde bilden. Habt ihr noch mehr Ideen? Ich freue mich über Anregungen und wünsche euch allen frohe und besinnliche Stunden in diesem letzten Monat des Jahres.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s